#1 Der Mensch hinter der Leistung – Warum dieser Podcast wichtig ist

Shownotes

Was steckt eigentlich hinter dem Leistungssport? Hinter den Trainingsplänen, den Wettkämpfen und den Medaillen? In der ersten Folge von „Mehr als nur Gold“ geht es um genau diese Frage. Warum braucht ein Olympiastützpunkt heute einen eigenen Podcast? Warum reicht sportliche Leistung allein nicht mehr aus? Und warum wird es immer wichtiger, Athletinnen und Athleten nicht nur als Sportler, sondern als Persönlichkeiten sichtbar zu machen? Zum Auftakt sprechen wir mit Michael Fuchs, Leiter des Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland, über den Alltag im Spitzensport, über mentale Belastung, über den Druck zwischen Schule, Studium, Beruf und Olympia – und über die Geschichten, die sonst oft verborgen bleiben. Diese Folge ist ein Blick hinter die Kulissen des deutschen Leistungssports. Nahbar, ehrlich und mit einer klaren Botschaft: Spitzensport ist mehr als nur Gold.

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00:00:00: Und der reißt die Lücke.

00:00:03: und jetzt ein sauberer Wechsel aufs Rad.

00:00:07: Sie nimmt die Außenbahn und zieht vorbei, sie zieht davon!

00:00:23: Ist das Team hinter dem Team?

00:00:26: Was macht die Athletinnen und Athleten denn aus?

00:00:30: Was treiben sie wenn sie nicht in dem Wettkampf sind?

00:00:34: Das und noch viele Themen mehr.

00:00:37: Deshalb gibt es diesen Podcast mehr als nur Gold des Olympiastützpunktes Rheinland-Pfalz Saarland Und wir sitzen jetzt zum Auftakt im Büro des OSP-Leiters persönlich.

00:00:50: Wir begrüßen in diesem Podcast ganz herzlich Michael Fuchs, lieber Michael herzlichen Willkommen zur Premiere des Podcasts.

00:00:58: mehr als nur Gold!

00:01:00: Ja vielen Dank Thorsten.

00:01:02: die einleitenden Worte.

00:01:03: du hast es schon gesagt Es geht um die Person hinter dem Athleten oder hinter der Athletin und ich freue mich auf hoffentlich viele spannende Episoden.

00:01:14: Dann lass uns doch mal direkt einsteigen Michael.

00:01:16: Wenn ich dich nicht als OSP-Leiter vorstellen durfte, wer bist du

00:01:26: dann?

00:01:44: Über den, ich nenne es jetzt mal Umweg-Bundestrainer.

00:01:47: Zunächst in der Schweiz Nationaltrainer gewesen für den Nachwuchs dann Bundesstrainer beim Deutschen Bettmittenverband und jetzt seit knapp zwei Jahren hier Leiter des Olympiestützpunkts Rheinland-Pfalz Saarland.

00:02:00: Du hast in Sachen Sport dann ja schon so ziemlich alles erlebt was die meisten über dich natürlich auch wissen.

00:02:07: du warst zweimal sogar bei Olympia mit dabei dem Höchsten der Gefühle.

00:02:13: Ich finde, das waren nicht nur irgendwelche Spiele sondern du hast die coolsten Städte und die coolste Spiele mitgemacht nämlich einmal London und einmal Rio.

00:02:23: Was war denn für dich so das Besondere an diesen beiden Städten?

00:02:28: Ja also die olympischen Spiele in London waren für mich ein absoluter Traum.

00:02:32: Das waren meine ersten Spiele.

00:02:34: Die ganze Stadt war ja on fire wie man so schön sagt auf neudeutsch.

00:02:41: Die Engländer waren wahnsinnig gute Gastgeber, hatten eine richtige Begeisterung für die Spiele.

00:02:48: Es war in der ganzen Stadt verteilt – überall gute Stimmung.

00:02:52: Ja, die Zuschauer sind mit gegangen und haben mitgefiebert.

00:02:56: Und es war sehr unbeschwert, sehr unbekümmert!

00:02:59: Wir konnten uns dank der Metro-Tickets dann frei bewegen.

00:03:06: Abschluss unserer eigenen Wettkämpfe, badminton ist jeweils am Anfang der Spiele gewesen.

00:03:13: Wir konnten die Eröffnungsfeier leider nicht mitnehmen allerdings dann ab.

00:03:18: in der zweiten Woche waren wir noch vor Ort.

00:03:21: damals durfte man noch im olympischen Dorf bleiben bis zum Abschluss der Spielen und konnten da eben auch andere Sportarten begutachten oder uns das Volk mischen und das waren wirklich tolle Tage.

00:03:35: Welche Sportart hättest du denn gerne noch mitgemacht außer deiner eigenen?

00:03:41: Mitgemacht.

00:03:42: Gerne irgendeine Mannschaftssportart hat noch, also Basketball Handball Oli-Ball bin ich nur für alle etwas klein geraten.

00:03:54: Was hatte dich denn zum Bettminden überhaupt gebracht?

00:03:57: Ja eigentlich eine ganz banale Geschichte über meine Eltern bin ich da dazugekommen.

00:04:04: Mein Vater war Sportlehrer und eigentlich begeisterter Fußballer, sein ganzes Leben oder seine ganze sportliche Karriere durch.

00:04:12: Und als Sportlehrer hat er eine Fortbildung gemacht für Bettminden und hat dann angefangen im Lehrersport das Ganze anzubieten.

00:04:22: und aus diesem Lehrersport ist ein Bettmittenverein entstanden.

00:04:26: und nach drei, vier Monaten bei der ersten Weihnachtsfeier wurde eine Person bestimmt du bist jetzt Nachwuchsträner Und dieser Nachwuchstrainer hat es dann auch tatsächlich übernommen, die Aufgabe.

00:04:42: Da musste natürlich der Sohn des Vorstandes sich irgendwo mal zeigen.

00:04:47: Mir hat das immer sehr viel Spaß gemacht und ich bin von Anfang an da gerne hingegangen.

00:04:51: Ich hatte schon mit meiner Oma zuvor im Garten gespielt wie man das eben so kennt.

00:04:57: Ja, bin dann dahin geblieben!

00:05:00: Gab es denn schon früh einen Moment in dem du wusstest... Zu Olympia?

00:05:08: Das war von Anfang an natürlich ein großer Traum, da mal mitmachen zu dürfen.

00:05:13: Für mich ganz prägend.

00:05:14: die olympischen Spiele in Sydney, zweitausend.

00:05:18: Da war ich achtzehn.

00:05:19: Hab das da auch schon so halb aus der Nähe verfolgt sag' ich mal.

00:05:24: also ich war schon irgendwo im Leistungssport nachwuchsleistungssport unterwegs und ja das waren tolle Spiele damals in Australien.

00:05:34: Die ganze Euphorie ist irgendwo über die halbe Welt geschwappt, sage ich mal.

00:05:38: Von daher war das so ein Moment wo ich dachte, wenn ich da irgendwann mal mitmachen kann... Das wäre ein Traum!

00:05:48: Und was kam danach?

00:05:51: War ab dann klar jetzt muss sich im Training noch eins drauflegen oder jetzt bin ich noch disziplinierter als vorher oder irgendetwas woran wir jetzt gerade nicht denken?

00:06:05: Ja ich habe keine typische Karriere gemacht, würde ich sagen im sportlichen Sinne.

00:06:11: In meiner Nachwuchszeit war ich eigentlich nie Mitglied der deutschen Nationalmannschaft sondern war immer so die zweite dritte Reihe.

00:06:22: im Nachwuchs bin auf bayerischer Ebene einer der Top-Spieler gewesen vielleicht auch auf südostdeutscher Ebene noch.

00:06:30: aber sobald es auf Bundesebene ging ja irgendwo zwischen fünf bis zwölf, vielleicht so in dem U-septien Bereich und dann im U-neinzehnbereich war es vielleicht ein dick besser noch.

00:06:44: Aber keiner der Stammspieler in der Nationalmannschaft war Und ich durfte eben ein einziges mal mit auf eine internationale Maßnahme.

00:06:52: das war die u-neunzehn WM damals in China und Das war so einen prägendem Moment nochmal wo ich festgestellt habe da gibt's ne ganz andere welt da draußen Und da wird Bettminden nochmal ganz anders gelebt und auch zelebriert.

00:07:05: Bettmitten ist ein asiatisch dominierter Sport, dementsprechend war da eine ganz andere Begeisterung vor Ort und da wollte ich unbedingt mehr erfahren.

00:07:16: China ist ja sowieso gerade ein großes Thema auch weltpolitisch gesehen geopolitisch gesehen.

00:07:21: was können wir denn von China lernen insbesondere natürlich im sport?

00:07:27: Ja China hat sehr zielstrebig unterwegs.

00:07:30: sie haben viele, viele Talente beziehungsweise viele hart arbeitende Athletinnen und Athleten fängt auch im ganz jungen Alter schon an.

00:07:41: Und dieser Wille da dran zu bleiben diese Motivation schon von klein auf ob die Motivations immer innen drinsisch ist vielleicht dahin gestellt aber zumindest sind ganz viele Kinder jugendliche mit wahnsinnig viel Einsatz körperlich, mental voll dabei und versuchen wirklich das Beste aus sich herauszuholen.

00:08:08: Und den Weg bis ganz nach oben zu

00:08:10: schaffen.".

00:08:12: Das ist ja wenn man so will die perfekte Beschreibung für einen Olympia-Stützepunkt?

00:08:17: Ja im Idealfall ja!

00:08:20: Als Jan Frodeno ums Vuteausend acht Gold holte war ich noch als Sportjournalist unterwegs und durfte mit ihm unmittelbar nach der Siegerährung telefonieren Und zwar auch deshalb, weil ich kurz davor meine Reha gemacht hatte.

00:08:37: Nämlich dort wo er selbst trainiert hatte und ich hatte mit ihm auch so die ein oder andere Bauchbeine pro Übung gemacht was für ihn deutlich leichter war als für mich.

00:08:48: Ich erinnere mich noch ganz gut also erzählte was denn alles da hinter steckt und wenn wir uns mal den Weg nach Olympia anschauen auch mit Blick auf deine Karriere.

00:08:59: Ich Erinner mich noch an Frodo der sagte ich habe hier im Haus der Athleten gewohnt Und hatte nur eine Matratze.

00:09:06: Hatte ja kein Bettgestell, sondern nur eine matratze da liegen und er sagte Plan A muss funktionieren weil plan B gibt es auch nicht.

00:09:15: Wie war denn?

00:09:16: wie war denn dein Weg zu Olympia?

00:09:19: Auch so steinig mit einer Matratzer auf dem Boden?

00:09:23: oder hattest du einen anderen Tick?

00:09:25: in Anführungszeichen?

00:09:26: also ich habe mir schon ein bett gegönnt.

00:09:30: Es war für mich damals schon wichtig, dass ich ein gutes Bett habe in dem ich mich anständig regenerieren kann beim Schlafen und von daher war es ein bisschen was anderes bei mir.

00:09:41: Frodo war ja sehr jung auch schon sehr erfolgreich.

00:09:45: dann kam aus Südafrika nach Deutschland und war da mehr oder weniger von Anfang an mittendrin statt nur dabei.

00:09:54: Ich hatte einen deutlich längeren Anlauf wie ich eben schon sagte meine ersten Spiele in London, da war ich dreißig zu dem Zeitpunkt.

00:10:03: Etwas ungewöhnlich dass man die ersten olympischen Spiele doch etwas höheren Sportleralter erleben darf.

00:10:11: Nichtsdestotrotz ja war dieser lange Anlauf auf jeden Fall wert und im Rückblick würde auch sagen Ich bin tatsächlich froh das sich das in so einem etwas gesetzteren Alter erleben durfte weil ich da das Gefühl habe oder hatte viel mehr bewürdigen und wertschätzen kann, was ich damit erleben darf.

00:10:30: Vielmehr

00:10:31: aufsaugen?

00:10:32: Genau, genau richtig!

00:10:34: Was war denn der härteste Moment auf dem Weg hin zu den Spielen?

00:10:39: Ja da gab es viele harte Momente.

00:10:42: Glücklicherweise bin ich von größeren Verletzungen verschont geblieben.

00:10:46: das heißt diesbezüglich kann ich zum Glück nichts berichten.

00:10:51: aber als Bettmintenspieler der in den Doppeldisziplinen unterwegs ist heisst im Doppeln und im Mixed bin ich irgendwo abhängiger von einer Partnerschaft, von einem Partner-Partnerinnen und da bin ich nicht allein dafür verantwortlich mir meinen Partner oder meine Partnerin zu suchen sondern der Bundestrainer spricht natürlich dann gehöriges Wörtchen mit.

00:11:12: Und das war für mich in so einer Phase, Anfang Jahrzehnte war eine entscheidende Phase in meiner Karriere wo es darum ging mit welchen Paarungen geht in der Deutsche Bettmindenverband in Richtung London?

00:11:28: Und da hatte ich für mich entschieden, dass wenn ich in keiner der Top-Paarungen stehe.

00:11:34: Dass ich dann mich auf mein Studium konzentriere und das sozusagen beende ohne ja ohne böses Blut sondern ich hatte bis dahin auch eine tolle Karriere die ich nie für möglich gehalten hätte als Jugendlicher.

00:11:48: Ich hatte ne EM-Medallie gewonnen.

00:11:50: Ich war mehrmals mit dem Team EM erfolgreich Mehrmals deutscher Meister geworden also ganz viele Sachen, die ich als Jugendlicher nie gedacht hätte dass ich erreichen kann.

00:12:02: und nichtsdestotrotz wollte ich natürlich zu Olympia.

00:12:06: Und dementsprechend war das so eine Phase, die hat drei vier Monate gedauert.

00:12:10: es gab damals sowas wie ein Casting könnte man sagen für das gemischte Doppel.

00:12:15: Birgit Overtzierer war die Top-Mix-Dame und es wurden verschiedene Test-Events gespielt wo Birgitt mit Diversen Partnern dann an Start gegangen ist und der, der es am besten macht darf dann ganz zum Schluss mit ihr spielen.

00:12:29: Und glücklicherweise konnte ich das Rennen für mich entscheiden?

00:12:34: Wie ist das denn wenn der Bundestrainer eine Entscheidung trifft?

00:12:38: die entscheidet ja in der Tat über Wohl-und-Wehr einer ganzen Karriere möglicherweise.

00:12:45: wie schwierig ist es denn eine solche Entscheidung einfach mal zu akzeptieren?

00:12:53: Es kommt sehr darauf an wie die Entscheidung kommuniziert ist, wie sie begründet ist.

00:12:57: Wie sie zustande gekommen ist und ob sie nachvollziehbar ist für den Athleten oder die Athletin oder eben nicht?

00:13:05: Ich hatte ja dann im Laufe meines Lebens auch auf der anderen Seite die Aufgabe über Nominierungsentscheidungen das letzte Wort zu fällen.

00:13:17: Und meine Erfahrung In vielen Fällen die Athleten schon ein sehr gutes Gespür haben, habe ich es gut gemacht.

00:13:26: Bin ich dabei oder nicht?

00:13:29: Und wenn eine solche Entscheidung dann kommt und es gibt keine riesigen Überraschungen oder ich sauber nichts aus dem Hut jetzt da als Trainer Dann tut's weh.

00:13:42: aber die meisten sind okay und in diesem Fall war das bei mir als Spieler auch so.

00:13:48: Es gab natürlich da zwei, drei Entscheidungen in jungen Jahren.

00:13:54: Die erste WM bei der wir uns qualifiziert hatten.

00:13:56: Zwei Tausend Fünf damals im USA und der Deutsche Bettendenverband aber gesagt hat ne wie schicken euch nicht?

00:14:03: Ist ist in LA.

00:14:05: Und wir dann gesagt haben okay dann zahlen wir selbst was sehr ungewöhnlich damals war dass man eine WM selbst bezahlt.

00:14:12: auch das wurde abgelehnt.

00:14:14: ihr seid nicht gut genug Das hat schon weh getan Klar, jetzt im Rückblick sage ich okay.

00:14:24: Die eine WM mehr oder weniger aber zu dem Zeitpunkt hat es sehr sehr weh getan.

00:14:29: Was passiert nach einer solchen Entscheidung?

00:14:31: Geht dann erst einmal die Welt unter?

00:14:34: sind dann sämtliche Visionen Träume die man hat dann weg?

00:14:39: Oder passiert das Gegenteil so nach dem Motto Oliver Kahn weiter immer weiter und man legt noch ne Schippe drauf?

00:14:49: Bei mir war eher die Reaktion okay, jetzt erst recht.

00:14:55: Jetzt zeige ich es euch das waren Fehler da habt ihr nicht richtig entschieden und Das hat mich natürlich Die ersten stunden tage vielleicht auch wochen Hat zu mich getroffen.

00:15:13: was hart was schwer aber Nach einer gewissen zeit war dann immer so ok kommen Wir sind noch lange nicht am Ende.

00:15:22: Es geht noch mehr und ich kann da noch weiter kommen, ich kann noch mehr erreichen und ich möchte es euch und allen da draußen zeigen dass das noch nicht das Ende war.

00:15:34: Apropos noch nicht Das Ende Auf dem Weg zu deinen ersten olympischen Spielen in London.

00:15:43: Was hat dir niemand vorher gesagt was auf dich zukommen wird?

00:15:49: Buh, da sind viele Sachen die einem niemand sagt.

00:15:54: Für mich ganz prägend auch bei den Spielen in London selbst.

00:16:02: dann doch nochmal dieser Druck oder diese Anspannung, diese Nervosität, die dann noch mal höher ist als bei den anderen Veranstaltungen und mit den anderen Events.

00:16:14: Wir hatten das Glück dass unsere Spiele damals auch im Fernsehen zu sehen waren.

00:16:21: Und ich kann mich gut erinnern, das erste Spiel war damals ein Gruppensystem, das gespielt wurde.

00:16:26: Olympia ist in Badminton-Bereich eines von nur sehr wenigen Events wo ein Gruppensystem gespielt wird.

00:16:32: Wir hatten im ersten Gruppespiel die an eins gesetzten Chinesen, die später auch Olympiasieger wurden.

00:16:39: Die waren amtierende Weltmeister.

00:16:40: also die Überpaarung und Das kam live im deutschen Fernsehen, zur besten Sendezeit am Samstagabend.

00:16:48: Die vollen ... ... einundzwanzig Minuten weiß ich nicht.

00:16:53: Also es war extrem frustrierend dieses Spiel!

00:16:57: Wir hatten keine Chance, einund zwanzig sechs, einunzwanzich sieben wenn ich mich richtig erinnere und das hat richtig weh getan.

00:17:05: Und am nächsten Tag dann glücklicherweise die nächste Chance gegen die Vizeweltmeister aus Großbritannien eine englisch-schottische Kombination Und auch da, erster Satz lief irgendwie an uns vorbei.

00:17:17: Wir haben den zu vierzehn verloren.

00:17:18: und dann habe ich in der Pause zu Birgit gesagt, du pass mal auf!

00:17:24: Ich hab jetzt hier zwanzig Jahre mir wirklich den Hintern aufgerissen um alles gegeben, um jetzt vier Sätze am Stück zu verlieren?

00:17:35: Nee, das kann nicht sein.

00:17:39: Da muss noch mehr gehen.

00:17:41: Wir vergessen jetzt mal den ganzen taktischen Ballast, den wir da mit uns schleppen.

00:17:46: Sondern wir geben uns einfach nur noch Vollgas, rennen um jeden Ball, kämpfen um jeden ball und versuchen irgendwie in dieses Spiel reinzukommen.

00:17:54: Und das hat zum Glück funktioniert.

00:17:56: Wie

00:17:56: hat die Birgit reagiert?

00:17:59: Mit Zustimmung Es waren ihre zweiten Spiele.

00:18:02: sie war schon ein bisschen abgeklärter als ich.

00:18:04: Sie war damals im Peking eben schon dabei.

00:18:07: Allerdings in Peking gab es noch kein Gruppensystem, von daher war das auch was Neues für sie.

00:18:14: Und es gab ja zu dem Zeitpunkt immer noch die Chance aus der Gruppe rauszukommen, was wir dann schlussendlich auch geschafft haben.

00:18:20: also sind dann ins Viertelfinale eingezogen durch den Sieg eben über die Engländer bzw.

00:18:25: die englisch-schottische Kombination und im dritten Spiel.

00:18:29: der Druck gegen die russische Paarung damals waren natürlich auch immens weil es wussten beide Paarungen Du oder dich?

00:18:37: Also wer das Spiel gewinnt, ist im Viertelfinale und die anderen sind raus.

00:18:43: London war... ...Zwahltausend zwölf.

00:18:45: Das ist ja schon eine Weile her.

00:18:48: Wenn du jetzt so ein Stück weit zurückblickst würdest du diesen Weg hin zu London nochmal genauso gehen.

00:18:58: Ja

00:19:01: Weil

00:19:04: Ja es hat es hat ja irgendwo funktioniert.

00:19:09: Natürlich würde ich im Rückblick ein paar Kleinigkeiten anders machen.

00:19:14: Vor allem dann im Nachgang zu den Spielen würde ich ein paar Sachen anders machen, also im Aufbau dann zu Rio.

00:19:23: aber so London, das würde ich auch immer noch... Wir haben super gespielt wir hatten einen Top-Niveau da sind Fünfter geworden also kann ich mir wenig wenig vorwerfen.

00:19:39: Fünfter ist ja dann schon so ein bisschen knapp vorbei an Medaille.

00:19:43: Nagt das noch?

00:19:46: Ja, irgendwo ... irgendwo schon auf der anderen Seite.

00:19:52: An dem Tag des Viertelfinales waren die Indonesia gegen die wir verloren haben einfach besser.

00:19:58: also es war keine Knappe in Niederlage sondern Wir hatten gegen diese Paarung schon einen oder zwei Mal gewonnen.

00:20:03: zu dem Zeitpunkt Hatten auch schon eine oder zweimal verloren.

00:20:08: Sie waren einfach besser und waren dann auch zwanzig sechzehn in Rio Olympia Sieger, also es war keine schlechte Paarung.

00:20:19: Man hört das ja oft dass wenn die Spiele vorbei sind man so einen Loch fällt ist eine Leere kommt und nicht mehr so richtig weiß wofür man morgens da noch aufsteht.

00:20:31: War das bei dir auch so?

00:20:33: Gab es diese Lehre?

00:20:35: Also nach den Spielen muss man erst mal sagen wir hatten in London vor Ort noch eine super Zeit mit, wie gesagt ganz vielen anderen Sportarten die wir da anschauen konnten und dann der Rückfahrt mit der MS Deutschland von London nach Hamburg.

00:20:50: zweieinhalb Tage unbeschreiblich.

00:20:52: Mit ganz vielen ja Sportlerinnen und Sportländer auf dem Boot oder auf dem Schiff muss man hier sagen Es war super!

00:21:01: Und ich hatte direkt im Anschluss zwei Tage später einen Flug nach New York wo wir für einen Bedmintoncamp angefragt wurden, Marc Zwiebler damals und ich.

00:21:16: Auch da ging es direkt weiter – das war auch eine super Veranstaltung, wo wir ein bisschen Training gegeben haben am Tagsüber.

00:21:22: aber im Prinzip war das nochmal Urlaub!

00:21:26: Und ja, das würde ich eben jetzt heute anders machen.

00:21:31: Wir haben dann sehr schnell wieder den Trainingsalltag aufgenommen, sag' ich mal nach... zwei Wochen Urlaub glaube ich oder drei Wochen und sind dann auch sehr schnell wieder auf das erste Turnier geflogen.

00:21:46: Und ja, das war zu früh im Nachgang.

00:21:49: also da war die ganze ... Das ganze Jahr... Die ganzen Reisen der ganze Stress waren noch nicht verarbeitet und es ging schon wieder los.

00:21:58: Die Punkte hat's für das nächste Event und für das next event und da würde ich mir im Rückblick nochmal mehr Zeit Einräumen, einfach mal ein Vierteljahr nur noch trainieren bzw.

00:22:11: sich wieder vorbereiten und dann wirklich mit Top Form auf die nächsten Wettkämpfe fahren?

00:22:19: Danach kam Rio in den letzten Jahren.

00:22:22: Und wenn wir jetzt einfach einmal ein bisschen weiterspulen in deiner Karriere – wann war für dich klar?

00:22:27: Ich wechsle vom Spieler jetzt die Seite hin zum Trainer da sein und ich werde Bundesstrainer!

00:22:38: Bundestrainer wurde ich ja nicht direkt, sondern ich wurde zunächst Sportdirektor beim Schweizer Bettmindenverband also bei SwissBettminton.

00:22:48: Das war relativ spät eigentlich erst klar.

00:22:54: Ich hatte für mich so den Plan entweder ich spielen noch weiter weil mir hat zum Glück nichts größer Wege getan und ich war noch körperlich in einer okay Verfassung oder ganz guten Verfassung.

00:23:09: Und mir hat es auch nach wie vor Spaß gemacht, dementsprechend konnte ich mir schon vorstellen noch weiterzuspielen ein zwei Jährchen und in der Zeit dann meine Promotion abzuschließen beziehungsweise mein Englisch Studium noch abzuschließen.

00:23:24: da waren noch ein paar Sachen offen und wenn aber ein Jobangebot kommt oder die Möglichkeit kommt irgendwie was anderes zu machen irgendwo anders Fuß zu fassen dann nehme ich das an.

00:23:37: Und dieses Jobangebot kam.

00:23:39: Eben damals von Swiss Bedminton, die hatten einen Sportdirektor gesucht in Bern und meine damalige Freundin heute Frau lebte zu dem Zeitpunkt in Bern.

00:23:49: Von daher war das relativ klar.

00:23:52: wie diese Entscheidung ausfällt dass ich da diese Möglichkeit bekommen habe bin auch nach wie vor sehr dankbar.

00:23:59: Das war im Rückblick extrem wertvolle Zeit in der Schweiz, extrem viel gelernt sich in einem neuen Sportsystem zurechtfinden zu müssen, ja aus den verschiedenen Perspektiven.

00:24:13: Sportdirektor, Trainer eben nicht mehr der Athlet zu sein sondern vielmehr das große ganze Implik haben zu müssen.

00:24:22: Da habe ich extrem viel mitgenommen.

00:24:25: Glaubt ihr es diesen Moment da du gemerkt hast?

00:24:27: Ich will wieder zurück auf die Fläche.

00:24:29: Ich will ins Training einsteigen und diesmal dann aber als Trainer.

00:24:33: Ja Den gab's Der Cut war auch relativ hart für mich, von Spieler bis Anfang Mitte September dann Sportdirektor ab ersten Oktober.

00:24:48: Ich habe ja nach wie vor noch in der Bundesliga für meinen Verein in Saarbrücken-Bischmussheim gespielt.

00:24:55: Den Vertrag hatte ich zuvor schon festgemacht das heißt da konnte ich auch nicht raus oder wollte ich auch ... vierzig Stunden Bürojob, das war hart.

00:25:09: Auch wenn es in meinem Metier war, es war im Leistungssport... Es war in meiner Sportart also das war alles tip top aber dieser Sprung war sehr groß.

00:25:19: Also mehr Büro als Kabine?

00:25:21: Ja!

00:25:22: Genau.

00:25:23: und dann gab es eben nach so etwa sechs bis sieben Monaten einen Umbruch im Schweizer Sportsysteme und die Stelle die ich zu dem Zeitpunkt hatte, war so nicht mehr ganz passend auch für den Verband und dementsprechend hat man da ein bisschen umstrukturiert.

00:25:41: Und dann hat man mich gefragt ob ich mir auch vorstellen könnte Jugendnational Trainer zu werden in der Schweiz?

00:25:48: Und das konnte ich sehr wohl!

00:25:49: Ich hatte schon ganz früh angefangen Trainer Ausbildung zu machen also mit fünfzehn glaube ich meinen Übungsleiderschein gemacht und ja war dann sehr froh in der Halle wieder zu sein.

00:26:04: und zum Ende meiner Zeit, in der Schweiz hin war ich ja dann Sportdirektor-und Jugendnationaltrainer quasi im Personalunion.

00:26:12: Was für dich denn den Schwere?

00:26:15: Training oder Führung als Trainer?

00:26:21: Das kommt sehr auf die Spiele an!

00:26:26: Ich hatte da in der Schweiz die Situation, dass im Nachwuchsbereich gibt es keinen zentralen Stützpunkt für die Schweiz.

00:26:35: Das heißt ich war viel in den Regionen unterwegs und habe hauptsächlich über Maßnahmen bzw.

00:26:42: Turnierbetreuung mit den Spielern gearbeitet.

00:26:44: das heißt ich hatte sie nicht im täglichen Training Und das ist natürlich ein anderes Arbeiten wenn ich nur auf Maßnahmen mit den Athletinnen oder Athleten unterwegs bin und habe zu vielen Spielern auch noch so etwas wie eine kleine Sprachbarriere gehabt.

00:27:02: Das waren nämlich ganz viele aus der Romondie, das heißt französisch sprache ich.

00:27:07: die Kommunikation war zumeist auf Englisch.

00:27:09: Das war auch ein bisschen die die Policy von Swiss-Batminton weil im Erwachsenenbereich war Englis die Sprache in Bern im Nationalen Trainingscenter gesprochen wurde.

00:27:20: dementsprechend ja war es mit den Jugendlichen nicht immer ganz einfach auf Augenhöhe zu diskutieren, aufgrund der sprachlichen Problematik?

00:27:33: Wenn wir noch ein bisschen vorspulen.

00:27:34: Du hast dann deine Zeit in Deutschland als Bundestrainer erlebt ohne dort jetzt nochmal chronologisch ins Detail zu gehen.

00:27:45: Welche Fehler hast du als Führungskraftler als Bundestrainer gemacht?

00:27:51: Bestimmt viele!

00:27:54: Welcher ist der Hängen geblieben?

00:27:55: oder Gibt es einen, bei dem du heute sagst ach das würde ich jetzt aber definitiv anders entscheiden?

00:28:04: Ja.

00:28:05: Ich glaube, ich habe mir ein bisschen schwer getan.

00:28:08: Bei dem Thema wie viel Raum gebe ich den Spielerinnen und Spielern versus wann muss ich auch wirklich mal hart durchgreifen?

00:28:17: Also lange Leine kurze Leinen Genau.

00:28:20: also da waren mit Sicherheit Entscheidungen dabei die ich heute nicht mehr so treffen würde.

00:28:26: Natürlich jetzt mit dem Wissen von was ist daraus geworden?

00:28:30: oder was ist in der Folgezeit passiert?

00:28:34: Olympia bedeutet ja ein Sammelsurium an Sportarten.

00:28:38: Ich will ein Beispiel aus dem Fußball vielleicht gerade erwähnen, es gibt nämlich einen Film über die Weltmeisterschaft in Italien und da kam es zu folgender Situationen diesem Film, nämlich dass ein Spieler erzählt vor dem Trainingscamp Vor dem Hotel haben Fans gekämpft und hatten frisierte Moped dabei.

00:29:03: Und an einem freien Nachmittag haben sich Spieler von den Fans diese Moped geliehen und sind nach Como reingefahren, die waren aber frisiert heißt entweder nicht verkehrsfähig oder einer hat erzählt das Lenkrad war halb ab in diesem Hotel zu einem hohen Turm und hatte einen Rundumblick, der hat auch diese Situation gesehen.

00:29:32: Hatte nichts gesagt aber dafür gesorgt dass am nächsten Tag fünf neue Wuppets vor der Tür standen.

00:29:38: für die Spieler also kurze Lange Leiner.

00:29:44: Wie hättest du entschieden als Teamchef?

00:29:47: Oh kommt's hier drauf an kommt sehr darauf an, wer ist das?

00:29:52: Wie ist die Gesamtsituation.

00:29:54: Also es kann ich so pauschal nicht beantworten.

00:29:56: Da muss man auch ein bisschen in der Situation dann dabei sein um das zu spüren.

00:30:01: wie sind so die Vibes, wie ist die Stimmung...

00:30:06: Ja

00:30:07: mit Sicherheit clever gelöst.

00:30:09: Sportler sind sensibel?

00:30:12: Ja.

00:30:13: Sensibilchen

00:30:16: Es gibt Zeuche und solche.

00:30:19: Es ist ja ein Begriff der eher negativ besitztes Sensibelchen zu sein, oder?

00:30:24: Es wird oftmals negativ aufgefasst.

00:30:28: Aber ich würde behaupten dass viele Sportler ein besseres Körpergefühl haben als die Normalbevölkerung und deswegen auch andere Sachen wahrnehmen und spüren an sich und ihrem Körper.

00:30:47: Sehr spannende Feststellung!

00:30:50: Selbstreflektion ist eine hohe Kunst.

00:30:53: Was kannst du heute denn besser einschätzen als damals zu deiner Zeit, als Athlet?

00:31:03: Die Entscheidungen die ein Trainer oder auch einen Sportdirektor oder das ganze Umfeld irgendwo trifft, die hängen oftmals an ganz ganz vielen verschiedenen Aspekten, dem Athleten oder mit dessen Leistung zu tun haben, sondern auch durch finanzielle Zwänge zustande kommen oder durch organisatorische Zwänge und hinter diese ganzen Konstrukte zu blicken.

00:31:37: Das hat mir natürlich jetzt sehr geholfen im Rückblick auch vielleicht die eine oder andere Entscheidung was meine Karriere betroffen hat besser zu verstehen oder nachvollziehen zu können.

00:31:47: Heute bist du Leiter das Olympia-Stützpunkt des Rheinland-Pfalz Saarland mit zwei Büros, mindestens zwei.

00:31:58: eines hier in Saarbrücken wo wir gerade sitzen auf dem Sportkampus Saare.

00:32:04: Wenn man so will eine Kleinstadt am Rande der Landeshauptstadt direkt angeschlossen an die Fachverbände des Landes Sportverbandes direkt angeschlossene an die Universität des Saarlands einem Vorzeige-Institut für Sport und Präventivmedizin.

00:32:25: Du hast noch ein Büro in Mainz bei Rheinland-Pfalz, vielleicht auch noch eines im Kaiserslautern weil dort auch noch viele Sportler sind?

00:32:34: Da habe ich kein Büro, nein unser Bürositz ist in MainZ.

00:32:37: Ist

00:32:37: es in Mainzen?

00:32:39: Und wenn man hier über den Campus geht dann sieht man ja, ich sage mal so sehr viel Beton nämlich das Haus der Athleten steht Die Trainingsstätten sind hier, die Wettkampfstätte nicht.

00:32:52: Was ist der OSP aus deiner Sicht denn wirklich?

00:32:58: Ja du hast es schon angesprochen, eben OSP Rheinland-Pfalz Saarland – die zwei Standorte, die zwei Bundesländer.

00:33:07: Wir haben zwei unterschiedliche Ausgangssituationen für die beiden Bundesländern.

00:33:10: wir haben zum einen im Saarlands alles zentralisiert am Sportcampo Saar mit der Sportmedizin angeschlossen mit unseren Physiotherapeuten, die hier vor Ort sind.

00:33:23: Mit den Sportstätten, mit den Krafträumen, mit der Mensa, mit dem Haus der Athleten und im Internat.

00:33:31: Unsere Büros sind hier.

00:33:34: Da ist alles sehr zentral und kompakt an einem Ort.

00:33:38: Und wir haben in Rheinland-Pfalz eine dezentrale Struktur wo wir unseren Bürositz in Mainz haben allerdings ohne direkten Anschluss an Sportstädten.

00:33:48: Wir sitzen da mit dem Landessportbund Rheinland-Pfalz zusammen in einem Büro.

00:33:52: Tolle Lage direkt am Rhein, aber eben keinen direkten Sportlerkontakt vor Ort.

00:33:59: Das heißt wir haben auch noch ein zweites Büro für unseren Biomechaniker bzw.

00:34:05: Trainingswissenschaftler an der Uni wo die Leichtathleten trainieren beispielsweise und wir auch einen Kraftraum noch angemietet haben um entsprechende Trainingstätten zur Verfügung stellen zu können.

00:34:18: In diesem Konstrukt in Rheinland-Pfalz, die Bundesstützpunkt, du hast es angesprochen.

00:34:23: In Kaiserslautern sind unsere Radfahrer beispielsweise.

00:34:26: Es gibt einen großen Stützpunkt Klettern im Nachwuchsbereich, das heißt da haben wir Mitarbeiter unserer Physiotherapeutin beziehungsweise auch Trainer, die dann noch sitzen.

00:34:39: allerdings Ja, es ist eben dezentral organisiert und das heißt in Kaiserslautern läuft es über das Heinrich-Heine Gymnasium.

00:34:48: Das heißt da gibt es eine Anbindung an ein Internat aber an anderen Standorten wie beispielsweise in zwei Brücken ist kein Internat in dem Sinn vorhanden.

00:34:59: Das wohnen einige der Athleten hier in Saarbrücken.

00:35:03: Es ist ja relativ nahe.

00:35:05: wir haben allerdings auch in Rheinland-Pfalz Standorte die In Bad Kreuz sind beispielsweise noch zwei Bundesstützpunkte für Canus Lalum und für Trampolin Turnen.

00:35:15: Wir haben in Mainz selber noch Rudern gemeinsam mit dem Bundesstützepunkt Frankfurt, und habe ich es jetzt alle aufgezählt?

00:35:23: Ja, ich glaube schon!

00:35:25: Und wir haben aber auch beispielsweise die Rollstuhl Basketballerinnen in Trier.

00:35:36: über das ganze Land Rheinland-Pfalz verteilt, überall oder nicht überall aber immer wieder kleinere Nester oder Zellen und größere und kleinere Gruppen.

00:35:47: Und wollen für alle diese Athleten bestmöglich unsere Dienstleistungen anbieten unser rundum Paket dass wir immer noch am erweitern und aufbauen sind.

00:36:00: und wir wollen Für die Athletinnen und Athleten für die TrainerInnen Ansprechpartner, Problemlöser, Umfeldmanager, Helfer und Dienstleister irgendwo sein.

00:36:14: Damit sie sich ganz auf ihren Sport fokussieren und konzentrieren

00:36:18: können?

00:36:19: Das ist die Idee!

00:36:20: Gebe es einen USP nicht.

00:36:23: Warum müsste man ihn erfinden?

00:36:26: Weil wir hier ja die zentrale regionale Einheit im Bereich Wissensmanagement, im Bereich Sportmedizin und Erfahrung Olympia.

00:36:41: Wir sind Netzwerk, wir sind Umfeldmanagement also ganz viele Themen wo wir viel Erleichterung schaffen können im Verhältnis zu dem Alltag.

00:36:53: wenn ich mich durch alles selbst durchschlagen muss.

00:36:57: Ich kann so ein kleines Beispiel mal geben Wenn ich mir selbst mein sportmedizinisches Netzwerk zusammenbauen muss, dann ist das Aufwand.

00:37:07: Ich brauche nicht nur einen oder zwei Ärzte sondern auch den ganzen Körper.

00:37:13: Wir sind gerade dabei in Rheinland-Pfalz hauptsächlich aber auch hier im Saarland unser Netzwerk an Ärzten zu erweitern und haben jetzt über Der letzte, der jetzt dabei ist ein HNO-Arzt in Mainz.

00:37:29: Wir sind dabei mit einem Zahnarzt gerade zu sprechen und hoffen dass wir da noch was erweitern können.

00:37:35: Wir hatten davor aber auch schon Radiologen, wir haben Orthopäden, schlafmediziner.

00:37:42: also es ist ein großes breites Feld und wenn ich die alle selbst suchen muss das ist extrem viel Aufwand.

00:37:51: Mein oder unser Ziel ist es eben, dass wir da behilflich sind und unsere Athletinnen und Athleten sich dann an die Laufbahnberatung wenden können.

00:38:00: Und die dann entsprechend weitervermittelt an die richtigen Stellen?

00:38:05: Das klingt ja in der Tat nach einem Rundum sorglos Paket wenn man so will.

00:38:10: Ein Vergleich zu deiner Zeit als Athlet war das damals auch schon so breit angelegt.

00:38:16: also ich sehe einen ganzheitlichen Ansatz darin.

00:38:21: Ja, es gab natürlich den Olympiestützpunkt Rheinland-Pfalz Saarland schon.

00:38:23: Wie gesagt ich war hier im Saarlands und hab hier auf dem Campus gelebt trainiert und habe mich hier schon auch rundum wohl gefühlt wobei die Hintergründe oder was damit zusammenhängt alles und wie die Finanzierungsströme zum Teil laufen wusste ich nicht.

00:38:48: Inwiefern hilft dir denn in deiner heutigen Funktion, alles das was du in deiner Karriere dir angeeignet hast von Studium über Sportler Dasein, Olympiunike, Sportdirektor, Bundestrainer und dann jetzt eben Leiter eines USP.

00:39:09: Ich würde schon sagen dass meine Zeit als Athlet in diesem Hochleistungssport mir da geholfen hat weil ich behaupten würde mich in viele Situationen der Sportlerinnen und Sportler reinversetzen kann.

00:39:24: Und da gewisse Erfahrungen auch selbst gemacht habe auf dem Gebiet, die Zeit als Trainer hilft mir sehr weil ich eben dann die andere Seite genauso mich rein versetzen kann in verschiedene Situationen.

00:39:36: du hast es vorhin angesprochen Nominierungsgespräche sind nicht immer angenehme Gespräche dann aber müssen eben auch geführt werden und diese Entscheidungen müssen gefällt werden Und von daher ist es, glaube ich so ein Sammelsurium an Erfahrungen das sich mitbringe beziehungsweise dann bunten Strauß mir sammeln konnte über die Jahre und hoffe dass ich da jetzt gut gerüstet bin.

00:40:05: Was unterscheidet denn den erfolgreichen Athleten vom nur-anführungszeichen guten Atleten?

00:40:13: Es sind übrigens immer männlich und weiblich gleich gemeint.

00:40:16: Selbstverständlich!

00:40:19: Das Mindset in vielen Fällen, das macht den Unterschied.

00:40:24: Die

00:40:25: richtig guten haben da noch mal einen extra Gang oder schaffen es nochmal irgendwo das Extra-Fünkchen zu generieren.

00:40:37: Frodo hat gesagt Es gibt keinen Plan B, Plan A muss funktionieren.

00:40:41: Du hast es schon angesprochen.

00:40:42: Das ist sowas wo er wirklich all ingegangen ist und sich auch getraut hat All in zu gehen.

00:40:50: Ich habe ein sehr schönes Zitat im Kopf von dem ehemaligen Trainer von Muammit Ali bzw.

00:40:57: Caches Clay, der sagte Ein guter Kämpfer kann in Bedrängnis denken und das ist für mich auch ein ganz entscheidender Faktor dass die Top-Top Leute in den wichtigen Hochdrucksituationen immer noch in der Lage sind wohl bedachte Entscheidungen treffen zu können.

00:41:18: Das ist so eine Fähigkeit, die die sehr guten von den Guten unterscheidet aus meiner Sicht.

00:41:25: Ein sehr spannender Ansatz!

00:41:28: Ist das auch ein Ansatz, den einen OSP dann begleitend liefern kann?

00:41:35: Im Bereich Sportpsychologie mit Sicherheit – genau wir sind ja da auch dran immer wieder neue Angebote zu schaffen für unsere Athletinnen.

00:41:43: und Athleten haben mit Julia Krampitz gerade Damit Frau Doktor-Doktor Julia Krampitz, so muss ich es korrekterweise sagen.

00:41:54: Haben wir da ein Projekt in der Pipeline wo's auch darum geht mentale Gesundheit für die Athleten nochmal den Vordergrund zurück.

00:42:06: Ich hoffe dass wir da zeitnah zu einer Veröffentlichung kommen.

00:42:11: Wir wollen eine Art Anlaufstelle sein und dass die Athletinnen sich bei uns in dem Bereich nochmal besser aufstellen können, aber auch in den Bereich High Performance.

00:42:23: oder wie kann ich die letzten drei, vier, fünf Prozent bei mir noch rauskitzeln?

00:42:28: Da sind natürlich unsere Team von Sportpsychologinnen und Psychologen Ansprechpartner.

00:42:37: Was sind denn für dich so die großen Pflöcke, die man als OSP einrammen muss?

00:42:43: also was ist Basis?

00:42:47: Und was fehlt denn am OSP, Herr Rheinland-Pfalz Saarland noch ganz on top zu sein?

00:42:56: Ja also es ist eine schwierige Frage.

00:43:00: Die Frage ist einfach formuliert wie antwort das Komplex.

00:43:04: Fangen wir mal an mit Was ist denn die Basisaufgabe am OSB aus deiner Sicht?

00:43:09: Die Basisaufgabe ist relativ klar vorgegeben auch von unseren Geldgebern.

00:43:13: Wir sind ja Bundesmittel finanziert.

00:43:15: Das heißt Es ist vollkommen klar dass wir die sogenannte Spezialbetreuung erledigen und auch eine gewisse Grundbetreuungen bieten im Bereich Physiotherapie, im Bereich Sportpsychologie, Ernährungsberatung, Trainingswissenschaftliche Betreuung.

00:43:31: Und da wollen wir eben bestmögliches Niveau bringen.

00:43:38: ob das jetzt Spezial- oder Grundbetreuerung ist egal.

00:43:42: Wir wollen da erst mal gutes Level abliefern.

00:43:47: Wenn wir darüber hinaus denken, dann sind es die Sachen, die wir eben drumrum noch anbieten können.

00:43:55: Das heißt Wir wollen in diesem Umfeld der Athletinnen und Athleten noch präsenter werden.

00:44:02: Wir wollen da als Ansprechpartner fungieren für Probleme beispielsweise bei der Arztsuche oder auch im Bereich Marketing wollen wir da jetzt was anbieten für unsere Athleten, dass sie sich da an uns wenden können und in der Workshop-Reihe sich besser vermarkten lernen.

00:44:28: Oder im Bereich Leistungsdruck haben wir auch einen Workshop mit Ready to Perform einer unserer Partner, der da im Bereich Sportpsychologie auch unterwegs ist um eben diese letzten zwei drei Prozent noch rauszukitzeln.

00:44:43: Also da sind wir immer auf der Suche, unser Netzwerk auch zu erweitern um Angebote für die Athletinnen und Athleten zu liefern in den verschiedensten Bereichen.

00:44:54: Das bedeutet auch wer jetzt diese Episode hier hört von mehr als nur Gold und eine Idee oder gar ein Netzwerk hat möge sich direkt bei dir melden.

00:45:05: Gerne!

00:45:07: Wenn wir zum Ende hin mal nochmal auf den Athleten blicken du mit all deiner Erfahrung mit der Karriere, die du hingelegt hast als Olympiunike, als Bundestrainer aber auch als Sportdirektor.

00:45:22: Was sollte denn jeder Athlet egal ob PKer, der Perspektivkader oder Oka, der Olympiakader heute anfangen?

00:45:34: Womit sollte jeder Athlet heute sofort anfangen?

00:45:39: mit Blick auf LA-

00:45:46: Puh, so ein Tag ist ja endlich.

00:45:52: Ich hoffe und gehe davon aus dass alle unsere Athletinnen und Athleten im Bereich Kraft-Atletik Training präventives Training da ohnehin sehr gut aufgestellt sind.

00:46:04: aber falls nicht wäre das auf jeden Fall meine große Empfehlung Krafttraining, Athletiktraining um den Körper vor den Belastungen zu schützen bzw.

00:46:15: für die Belastungen vorzubereiten, die da kommen weil das letzte was wir gebrauchen können sind verletzte Athleten und das will eigentlich keiner irgendwo miterleben müssen dass er oder sie vielleicht sogar schon qualifiziert ist und dann aufgrund einer Verletzung LA verpasst oder auch eine WM verpasste oder was auch immer.

00:46:40: dementsprechend Athletiktraining präventives Training steht bei mir ganz, ganz hoch im Kurs.

00:46:51: Es gibt so viele kleine Baustellen oder kleine Teilchen die das große Puzzle zusammenbringen und da muss jedes Rädchen ins andere greifen sei es jetzt im Bereich der Ernährungsberatung generell Ernährung Schlaf Regeneration Psychologie Mental mentale Herangehensweise.

00:47:13: Wie gesagt, mentale Gesundheit ist so ein Thema mit dem wir uns jetzt auch beschäftigen.

00:47:18: Wir sind dabei im Bereich menstruationsbasiertes Training oder zyklusbasiert das Training oder generell herangehendsweise da auch Workshops anbieten zu wollen haben da sehr gute Gespräche gehabt und denke ich werden wir auch im Laufe des Jahres was was anbieten können.

00:47:39: noch also ganz, ganz viele kleine Teile die da ineinandergreifen müssen und jetzt das eine zu nennen mit dem man anfängt schwer.

00:47:50: Wenn wir schon bei diesen einfachen Fragen sind gibt es denn diesen einen Fehler den du bei allen Athleten?

00:47:59: oder gibt's den einen Fehler der immer wieder siehst?

00:48:04: Ja ein Fehler den ich immer wieder mal sehe ist dass Selbst Wahrnehmung vielleicht nicht unbedingt mit der Fremdwahrnehmungen übereinstimmt und dass sich viele Athleten, ja Dass es ihnen schwer fällt diesen langen Atem zu generieren weil den brauchen wir in vielen Sportarten Und Viele hören dann auf Wobei noch ganz viel Potenzial da wäre Weil sie eben für sich selbst ist nicht richtig oder Ihren Weg nicht mehr da sehen oder keine Möglichkeiten mir sehen für sich weiter zu trainieren, zu weitersport auf professionellem Niveau zu betreiben.

00:48:54: Dementsprechend würde ich mich da wünschen dass mehr Leute noch bereit sind über einen längeren Zeitraum all inzugehen.

00:49:05: Sehr spannender Ansatz.

00:49:09: zum Abschluss würde ich gerne noch zwei Fragen los werden.

00:49:13: eine lautet bezogen auf den Titel dieses Podcasts.

00:49:18: Mehr als nur Gold bedeutet für dich persönlich was?

00:49:24: Ja, das hinter dieser Medaille oder dieser Goldmedaille gibt es ganz viele Geschichten, gibt es ganze viele Sachen die eben im Verborgenen bleiben und die wollen wir so ein bisschen beleuchten ja auch mit diesem Podcast.

00:49:42: zum zweiten ist die Goldmedaille natürlich das, was medial die meiste Aufmerksamkeit nach sich zieht.

00:49:50: Allerdings jetzt rückblickend auf meine eigene Karriere würde ich auch sagen dass in meinem persönlichen Ranking von Erfolgen oder Errungenschaften von mir selbst oder von meiner in meiner Karrierei würde ich wahrscheinlich nicht zwingend die medial wirksamsten an Nummer einsetzen weil ich eben wusste, was bei anderen dahinter steckt.

00:50:15: Und ja wir hatten Bericht auf unserer Homepage über einen Fächter der ein unglaubliches Comeback jetzt geliefert hat um an der Startlinie stehen zu können nach einer brutalen Verletzung oder Erkrankung.

00:50:39: Der hat keine Goldmedaille gewonnen.

00:50:40: in dem Fall aber Die Leistung, die ihr da gezeigt habt oder diese Resilienz, die er da gezeigt hat ist wirklich aller Ehren wert.

00:50:50: Und das kommt mir öfters mal zu kurz in der generellen Berichterstattung.

00:50:58: Wir wollen den Podcast beenden mit einer Frage Mit einer Abschlussfrage, die allen immer wieder gestellt wird Da man sich ja dann relativ einfach darauf vorbereiten könnte, variiert dieser Satz ein wenig.

00:51:19: Der Satz der oder die Frage, die auf dich jetzt zukommt lautet Wofür willst du als Michael Fuchs denn stehen unabhängig von Ergebnissen am OSP?

00:51:41: Ich möchte stehen für ein gutes Arbeitsumfeld, gutes Arbeitsklima ein gutes Team hinter dem Team, eine professionelle Betreuung.

00:52:00: Die aber auch über das absolute Mindestmaß oder über das Minimum hinausgeht sondern wirklich in den.

00:52:09: Wir verlangen Weltklasse von unseren Athleten.

00:52:13: dann müssen wir auch irgendwo Weltklappe bringen und den Extraschritt auch noch gehen.

00:52:18: Ein perfekter Abschluss für Folge eins.

00:52:21: Lieber Michael vielen lieben Dank für sehr, sehr spannende Einblicke in dein Leben und auch hinter die Kulissen.

00:52:30: wenn ihnen liebe, wenn euch liebe Zuhörerinnen und Zuhörer diese Folge gefallen hat dann empfehlt sie gerne weiter sagt der Welt da draußen es gibt mehr als nur Gold.

00:52:48: Saarland bleibt uns gewogen und bis bald.

00:52:51: Danke!

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